Trockenfutter – Nein, danke!

Trockenfutter? – Nein danke!

Es gibt viele Fütterungsmethoden – jede hat Vor- und Nachteile – Füttern ist keine Religion – ABER: vielleicht überlegst Du nach dem folgenden Beitrag, ob Trockenfutter dauerhaft für Dein Familienmitglied Hund oder Katze die richtige Ernährung ist. 

Meine persönliche Meinung und Erfahrung:

Selten ist meine Meinung so unumstößlich wie in diesem Fall. Industriell gefertigtes Trockenfutter ist für mich keine Option für die dauerhafte Ernährung von Hunden und Katzen.

Wie ich zu dieser (manche würden sie gar als festgefahren bezeichnen) Meinung komme? Hierzu möchte ich ein wenig ausholen.

Unsere heutige Tierernährung entstand in der Nachkriegszeit, ihre Zielsetzung war es, möglichst ohne Nahrungskonkurrenz zum Menschen Nutztiere mit billigen Rohstoffen so zu füttern, dass sie wiederum möglichst viele Lebensmittel (Milch, Fleisch, Eier) für die hungernde Bevölkerung Mitteleuropas lieferten.

Hierzu wurden natürlich vor allem anorganische Mineralstoffe aus Abbau und Industrie sowie synthetische Vitamine verwendet und auch die Zielsetzung war eine kurze intensive Leistung und nicht ein langes gesundes Leben.

In Tierversuchen (vornehmlich bei Rindern, Schweinen und Hühnern) wurden Bedarfswerte ermittelt, diese wurden dann, vereinfacht ausgedrückt, auf andere Tierarten umgerechnet. Sind im Laufe der Jahre gravierende gesundheitliche Probleme bei den betreffenden Tierarten aufgetreten, wurden die Bedarfswerte angepasst.

In den Bedarfswerten wurden jedoch ausschließlich synthetische Vitamine und anorganische Mineralstoffe berücksichtig. Diese haben eine viel schlechtere Biowertigkeit und Bioverfügbarkeit. Vereinfacht am Beispiel von Vitamin C ausgedrückt, bedeutet das: vom natürlichen Vitamin C benötigt der Körper viel weniger, als von künstlich hergestelltem, da natürliches Vitamin C viel besser vom Körper (egal ob Mensch oder Tier) aufgenommen und verwertet werden kann.

Die aus den USA stammenden Werte für Hunde- und Katzennahrung von NRC, AAFCO und die von ersteren hochgerechneten Werten von FEDIAF kommen (soweit sie sich nicht auf die hochgerechneten Werte von Nutztieren beziehen) aus der Industrie sprich von den großen Herstellern von Tierfutter selber.

Die hier vorgeschriebenen Tierversuche sind sehr weit gefasst:

6 Hunde werden 6 Monate mit zu testendem Futter gefüttert und müssen dabei vor Testbeginn und nach Testende nicht veränderte Blutwerte haben sowie nicht signifikant dabei abnehmen.

Die ermittelten Bedarfswerte der einzelnen Institutionen unterscheiden sich teilweise sehr extrem. Auch ist ein direkter Vergleich der maßgeblichen Bedarfswerte schier unmöglich, da jedes Institut seine eigenen Berechnungsgrundlagen verwendet.

So gibt es Werte welche sich pro kg Körpergewicht beziehen sowie solche, die sich auf das metabolische Gewicht beziehen und wieder andere beziehen sich auf die Energiedichte des Futters also z.B auf 1000MJ Futter.

Auch berechnen einige die Vitaminmengen in I.E. (internationale Einheiten) und wiederum andere in RE (Retinol Äquivalente).

Wer möchte da noch den Überblick behalten?

Aber diese Werte haben alle auch etwas gemeinsam:

Sie geben Mindestmengen (und teilweise auch Höchstmengen) an Nährstoffen vor, welche die Nahrung jeden Tag mindestens enthalten muss.

Sie tun dies auf Basis von hochgerechneten Werten an synthetischen und anorganischen Stoffen. Sie lassen keine Möglichkeit von abwechslungsreicher, variierender Ernährung zu, da sie eine Tagesmenge vorschreiben.

Ihre Werte sind ohne Einsatz von synthetischen Zusätzen nur schwer oder gar nicht zu erreichen.

Nun kann man sich mit Recht fragen:

Woher weiß ich dann genau, wie viel von welchem Nährstoff ein einzelner Hund/eine einzelne Katze braucht?

Antwort:

Ich weiß es eben nicht genau, ich habe nur die, wie gerade erklärt, erhobenen Anhaltswerte.

Aber in wieweit ist es sinnvoll diese Werte um jeden Preis erreichen zu wollen?

Vor allem die übliche Hauskatze ist, von der Ernährung her, ein durch Zufutter angelockter Selbstversorger. Sprich, sie entspricht ernährungstechnisch noch nahezu der Wildkatze.

Bei Hunden mit ihrer tausenden von Jahren alten Domestikationsgeschichte sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auch wenn alle heutigen Hunde vom Wolf abstammen, so haben sie sich über viele Jahrhunderte an die ihnen gebotenen Lebensbedingungen angepasst. Hierzu gehört auch das Nahrungsangebot!

Hunde sind heute viel besser in der Lage Kohlenhydrate zu verwerten. Der heute freilebende Wolf kann dies immer noch nicht. Kohlenhydratverdauung durch Amylase findet also beim heutigen Hund, wie wir ihn kennen durchaus statt. Der Wolf kann dieses Enzym nicht bilden.

Aber, dass der Hund heute Kohlenhydrate besser verwerten kann, als noch vor vielen hundert Jahren, bedeutet doch nicht, dass das angebotene Futter zu weit mehr als der Hälfte aus Kohlenhydraten bestehen kann. Ein Hund ist, und bleibt ein Beutetiergreifer. Ein Beutetiergreifer, der auch geringe Mengen an Kohlenhydraten benötigt und verdauen kann, aber ein Beutetiergreifer.

Wobei wir wieder bei der Frage sind: ist eine ausschließliche Ernährung mit industriell gefertigten trocken Futterbröckchen für unser Familienmitglied Hund tragbar?

Ich bin hier bei einem ganz entschiedenen NEIN!

Befassen wir uns einmal mit der Produktion von Trockenfutter:

Es gibt zwei Möglichkeiten, Trockenfutter zu produzieren:

Das (klassische) Extrusionsverfahren und das Pelletierverfahren.

Klassisches Verfahren:

Im Extrusionsverfahren wird das Futter gebacken, also auf nahezu 200 Grad erhitzt. Die starke Erhitzung ist nötig, um die Kohlenhydrate aufzuschließen und damit verdaulich zu machen. Denn die hohen Mengen an Kohlenhydraten, die dem Fertigfutter beigefügt werden, kann auch der heutige Hund nicht ohne diese Maßnahme verdauen.

Du weißt sicher, was große Hitze mit Vitaminen macht? Das, was da am Ende des Erhitzungsprozesses herauskommt, ist erstmal ernährungsphysiologisch tot!

Unter hohem Druck und zusätzlichem Einsatz von Wasserdampf wird die Zutatenmischung in Formen gepresst.

Anschließend müssen die fertigen Kroketten im sogenannten „Coating“- Verfahren mit Vitaminen, Eiweiß (oft aus chemisch aufgeschlossenen „Nebenerzeugnissen“) und Fetten besprüht werden, um Nährstoffe zu ergänzen und das Futter haltbar zu machen. Diese Vorgehensweise wurde

erstmals im 19. Jahrhundert von der Firma Purina angewandt.
All das, was Dein Hund, Deine Katze zum Leben benötigt, wird somit künstlich hinzugefügt!

Pelletierverfahren:

In den letzten Jahren hat neben dem extrudierten Trockenfutter auch das pelletierte Trockenfutter im Bereich des Hundefutters Einzug gehalten. Ursprünglich überwiegend zur Produktion von Kraftfutter eingesetzt, wird seit einigen Jahren sogenanntes „gepresstes Hundefutter“ angeboten. Dabei werden die notwendigen Rohstoffe (Fleisch, Gemüse, Getreide, Kräuter, etc.) überwiegend in gemahlener Form zu einem Futtergemenge vermischt. Bei diesem Vorgang werden die Zutaten mit kaltem Wasser besprüht, wodurch eine Verklebung der Futtermasse beim Hindurchdrücken durch eine Matrize erreicht wird und somit die Pellets entstehen.

Befürworter dieser Produkte heben als Vorteil gegenüber anderen Verfahren hervor, dass die Rohstoffe für dieses Verfahren lediglich auf eine Temperatur von mehr als 70 Grad erhitzt werden, was in meinen Augen immer noch recht viel ist, jedoch behalten die Rohstoffe ihre Wertigkeit. Auf das sog. Coating kann verzichtet werden, mit der Folge, dass keine synthetischen Stoffe zur Haltbarmachung eingesetzt werden müssen. Im Gegensatz zu extrudierten Produkten zeigt gepresstes Futter keine „Schwammwirkung“; d. h. das gepresste Futter saugt nicht die Flüssigkeit im Verdauungstrakt auf, wodurch der Magen geweitet würde, sondern zerfällt im Magen wieder zu Mehl. Aber der Hund muss dennoch vermehrt Wasser aufnehmen, damit der Verdauungsbrei in und durch den Darm transportiert werden kann.

Halten wir also fest, das Pelletierverfahren ist schonender für die Inhaltsstoffe, ein Coating (das Besprühen der Pellets mit künstlichen Vitaminen etc.) ist nicht erforderlich. Jedoch auch hier gehen, durch die immer noch hohe Temperatur, wertvolle Bestandteile der natürlichen Ausgangsstoffe verloren. Ein Defizit an Wasser bleibt bestehen, was besonders für Katzen, aber auch für Hunde ein Problem darstellt, wenn wir eine ausreichende Wasserzufuhr nicht gewährleisten können.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem ich immer gerne eine recht provokante Frage stelle:

Wir lieben alle unsere Hunde und Katzen abgöttisch, sonst würdet Ihr diesen Artikel nicht bis hierhin gelesen haben! Jedoch sind wir uns doch selbst auch recht nah? Wenn aber doch die Bröckchen, von denen die Futtermittelindustrie uns glauben macht, dass sie das Non-plus-ultra für die Ernährung unserer Haustiere sind, ach so gesund wären, wie angepriesen, warum sitzen wir dann nicht selbst jeden Tag vor einer Schüssel voll Bröckchen? Warum „quälen“ wir uns mit frischer Nahrung (meistens jedenfalls)?

Ja, auch wir Menschen ernähren uns mehr und mehr mit Fertigprodukten, ja viele Menschen werden damit sehr alt, aber im Großen und Ganzen, sind wir doch ehrlich – die ernährungsbedingten Krankheiten haben schon extrem zugenommen in den vergangenen Jahrzehnten.

Und so ist es doch auch beim Hund und bei der Katze – wie oft höre ich das Argument, unser Hund XY, die Katze meiner Eltern etc. etc. ist mit Trockenfutter sehr sehr alt geworden und musste nie wirklich zum Tierarzt.

Ich gönne dies jedem Tier und seinem Besitzer aufrichtig, von ganzem Herzen! Jedoch die Gesamtheit der Hunde- und Katzenpopulation leidet gewaltig. Es gibt vermehrt nahezu die gleichen Zivilisationskrankheiten wie bei uns Menschen.

Sagt uns nicht unser gesunder Menschenverstand, dass da was faul ist?

Lass mich einmal auf einige übliche Futterbestandteile eingehen um zu verdeutlichen, warum Du, wenn Du mehr als einen Begriff in der Zutatenliste googlen musst, Du besser die Finger von diesem Futter lassen solltest bzw. es bestenfalls als Leckerchen für zwischendurch geeignet wäre.

„Lignozellulose“

Erst vor kurzem wurde ich wieder von einer Hundeschulkundin gefragt, ob ich mir einmal das von ihr verwendete Trockenfutter ansehen könnte.

Es war insgesamt ein Trockenfutter, dass für mich sogar als Leckerchen für den Hund nicht in Frage kommen würde, und auch Lignozellulose war enthalten.

Erstmal ist daran nichts super duper Gefährliches, denn es ist schlicht und ergreifend Holz!

Ja, Du hast richtig gelesen, in diesem Trockenfutter wurde Holz verarbeitet.

Zellulose ist, das pflanzliche Gegenstück zu Stärke, einem Mehrfachzucker, der beispielsweise in Brot oder Kartoffeln enthalten ist. Wenn Du auf einem Stück Weißbrot herumkaust, wird es nach einer gewissen Zeit süß. Dieses Experiment nutzen Biolehrer oft, um ihren Schülern beizubringen, dass die Verdauung im Mund beginnt, weil im Speichel bereits gewisse Enzyme zur Spaltung von Nahrungsbestandteilen enthalten sind.

Bei Wikipedia steht hierzu:

„Fast alle Tiere – mit Ausnahme weniger Mollusken, wie einiger Schnecken, etwa der Weinbergschnecke und wenige Termitenarten – einschließlich der meisten Pflanzenfresser, können Cellulose im Gegensatz zu Stärke nicht durch eigene Stoffwechselleistungen abbauen“.

„Lignum“ ist das lateinische Wort für Holz. Also frisst hier der Hund meiner Kundin Holzzellulose und das jeden Tag. Aber es wird ihm verboten auf einem Stöckchen rumzukauen (was übrigens ein sehr sinnvolles Verbot ist, nicht, dass mich jemand hier falsch versteht).

Aber der Hund kann diese Holzzellulose gar nicht verdauen, er besitzt dazu gar keine Enzyme. Und selbst wir können auf einem Stück Holz rumkauen, wie wir wollen, da wird nix „süß“.

Einen Vorteil hat „Holz“ –  bisher sind keine Allergien bekannt, die durch das Verfüttern von holzhaltigem Futter entstanden sind. Naja, wie denn auch, es ist ja kein Nahrungsmittel.

„Rübentrockenschnitzel“

Hier handelt es sich um die Zuckerrübe. Manchmal werden auch entzuckerte Rüberntrockenschnitzel verwendet.

Sollten sie nicht entzuckert sein, ist das doppelt ätzend. Denn dann bekommt Dein Hund eben nicht nur zu viele Faserstoffe ab, sondern auch noch Zucker.

Die Hersteller sind der Meinung, dass diese Faserstoffe gut für die Verdauung des Hundes sind. Diese Faserstoffe können vom Hund nicht verdaut werden, was ja grundsätzlich positiv ist, denn Ballaststoffe sind notwendig, u. a. damit sich positive Darmbakterien ansiedeln können.

Jedoch sollten diese Ballaststoffe keinesfalls einen Anteil von 5% des Futters übersteigen.

In einer üblicherweise zu findenden Deklaration wirst Du zwar keine Prozentangaben zur Zuckerrübe finden, allerdings lässt sich der Komposition der übrigen Bestandteile entnehmen, dass der Faseranteil längst durch Inhaltsstoffe wie Getreide (vermutlich auch noch an erster Stelle) abgedeckt ist.

Und wieder ist jede Menge „Zeug“ im Trockenfutter, was in der üblichen Menge einfach nicht in unser Tier gehört.

„Getreide“

Große Getreidemengen sind ungeeignet, weil:

  • ungünstige Aminosäurenzusammensetzung
  • die Verdauung findet im Dickdarm statt, das ist
    • Ineffizient
    • Ammoniak und Amine belasten den Körper, führen dauerhaft zu Leber- und Nierenschäden
  • begünstigt Zahnbelag und Zahnstein
  • erhöht die Gefahr der Magendrehung
  • verdaulichkeit des Futters im Allgemeinen wird gesenkt

Und oft bestehen viele Trockenfuttersorten zu mehr als 50 % aus Getreide. Nochmals zu Erinnerung, der Hund, die Katze, beides sind Beutetiergreifer! Welches Beutetier besteht schon zu mehr als 50 % aus Getreide?

„Mais“

Mais ist Getreide, aber er hat noch eine entscheidende „Nebenwirkung“. Vereinfacht ausgedrückt: Mais senkt den Serotoninspiegel und reduziert die Antriebshormone.

Das kann gerade bei ängstlichen Hunden zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen.

Ein mehr oder minder positiver Nebeneffekt ist das Vorhandensein eines Enzyms, das die Katecholaminproduktion hemmt (Adrenalin, Noradrenalin) und so wiederum die hauptsächlichen Stresshormone ebenfalls herabsetzt.

Dies kann Dir helfen, wenn Du einen hyperaktiven Hund (z. B. einen Balljunkie) hast. Hier kann eine solche Futterkomponente helfen, etwas Ruhe in das Tier zu bekommen.

Aber, stell Dir mal bitte vor, du hast einen alten, trägen Hund, der dazu noch eine depressive

Verstimmung aufweist. Denkst Du, es ist sinnvoll, einem solchen Hund ein Nahrungsmittel vorzusetzen, das sowohl seinen Serotoninspiegel senkt, als auch seine Antriebshormone?

Daher ist Mais im Futter mit Vorsicht zu genießen und sehr mit Bedacht einzusetzen.

Aber nicht nur viele der Inhaltsstoffe lassen Trockenfutter für mich als Nahrungsmittel durchfallen, das eine oder andere folgende Argument begegnet mir in meiner Tätigkeit immer wieder:

„Zahnpflege“

Selbst einige Fachleute raten zu Trockenfutter, weil die Zähne gepflegt werden müssen. Das ist ja prinzipiell total richtig, aber doch bitte nicht mit Trockenfutter!

Auch nicht für die Katze. Die Inhaltsstoffe im Trockenfutter fördern Zahnbelag und damit Zahnprobleme.

Außerdem ist selbst das Trockenfutter für eine ordentliche Zahnprophylaxe „zu weich“, da geht nix an Belägen oder gar Zahnstein ab. Oder würdest Du sagen, dass Du mit einer Packung Butterkeksen Dir die Zähne putzt?

Auch von industriell gefertigten Zahnpflegeprodukten ist abzuraten. Synthetische sogenannte „Zahnreinigungssnacks“, für Hunde und Katzen enthalten entweder Getreide oder Zucker. Ja, Zucker. Oder beides.
Finde den Fehler!

„Billig“

Ja, viele Menschen müssen sparen und ja, auch Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln muss es möglich sein, sich einen Hund oder eine Katze zu halten. Die wenigsten von uns besitzen ein Einkommen eines Rockefellers oder eines Mark Zuckerberg, aber mal abgesehen davon, dass die Inhaltstoffe in den meisten Trockenfuttern noch immer weit überbezahlt sind, weil sie eben schlicht Müll sind, muss auch ein Mensch mit wenig Geld sich fragen, was es denn bedeutet, wenn das Kilo Trockenfutter nicht einmal einen Euro kostet. Wie dieses Schlachttier gelebt hat und wie viel „Holz“ darin ist, um es zu strecken. Welche Qualität dieses Futter haben kann, darüber muss sich auch ein Mensch mit wenig Geld bitte Gedanken machen!

Es gibt immer Alternativen zum Trockenfutter – „Billig“ darf hier kein Argument für Trockenfutter sein!

Nahezu am Schluss möchte ich noch ein Phänomen des Trockenfutters ansprechen:

„Haltbarkeit“

Nur durch Einsatz von Konservierungsstoffen kann ein Trockenfutter eine extrem lange Haltbarkeit aufweisen.

Nun hält frisches Futter nicht so lange, das ist richtig, im Sommer hat man schnell Fliegen im Napf. Fliegen fressen aber auch Kot, verfaultes Fleisch und Gemüse und und und, aber Trockenfutter nicht! Nicht mal Fliegen machen unseren Tieren das Trockenfutter streitig? Darüber sollte man nachdenken.

Ich gebe zu, ich vertrete hier eine sehr strickte Meinung, es gibt für mich immer Alternativen zum Trockenfutter. Gerne helfe ich Dir dabei, die für Dich passende zu finden. Diese kann so individuell wie Du und Dein Tier sein. Egal ob Feuchtfutter oder gekochte Vollnahrung oder selbst Kochen. Es gibt günstige Alternativen, Premiumalternativen, praktische Alternativen – fakt ist – es gibt Alternativen! Nutze sie für Dich und Dein Tier!

Solltest Du hier Unterstützung benötigen, so wende Dich gerne an mich: info@nat-dog.de

Deine Ela

Bitte beachte: Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Meinung zum Thema Trockenfutter wider. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der gewissenhaft recherchierten Angaben, kann keine Gewähr übernommen werden.

Quellen für einige Angaben: Wikipedia, cdVet, www.futtermann.at
Alle Rechte vorbehalten.

Wurmkur – oder müssen Würmer eine Kur machen?

Sehr oft begegne ich in meiner Tätigkeit als Ernährungsberaterin dem Thema „Wurmkur“. Aber auch als Hundetrainerin werde ich sehr oft zu diesem Thema gefragt.

Viele Hundebesitzer sind extrem verunsichert. Das finde ich schade, denn eine Entscheidung, die aus Verunsicherung heraus getroffen wird, nur weil dieser oder jener dies oder das gesagt hat, wird immer eine Entscheidung mit einem unguten Gefühl im Bauch bleiben.

Aber nur wer Wissen hat, kann sich für sich entsprechend entscheiden.

Auch aus diesem Grund habe ich mir auf die Fahnen geschrieben UMFASSEND zu informieren.  Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.

Befassen wir uns zunächst einmal mit meiner ganz persönlichen Meinung und Erfahrung:

Es ist nicht möglich, einen Hund prophylaktisch durch die Gabe einer Wurmkur alle 3 – 4 Monate wurmfrei zu halten. Unmittelbar nach der Gabe einer Wurmkur kann der Hund sich erneut infizieren. Hierzu später im Text mehr.

Chemische Wurmkuren schädigen die Darmflora. Nach jeder Wurmkur ist ein Darmfloraaufbau zwingend erforderlich!

Barfen (biologisch artgerechtes rohes Futter) schafft bei einem gesunden Hund mit einem gesunden Immunsystem ohnehin ein eher wurmwidriges Klima im Darm. Wurmwidrig heißt jedoch NICHT, dass ein gebarfter Hund keine Würmer bekommen kann. Dies zu behaupten wäre ebenso falsch wie die Aussage, dass ein gebarfter Hund nicht krank werden kann.

Dennoch empfehle ich persönlich alle drei Monate eine Kotuntersuchung vornehmen zu lassen. Dazu müssen drei verschiedene Kothaufen des Hundes eingesammelt werden, dies deshalb, weil Würmer und Wurmeier nicht gleichmäßig ausgeschieden werden, mit diesen Kotproben kann der Tierarzt dann i. d. R. feststellen, ob ein Wurmbefall da ist. Und bei einem Befall ist eine chemische Wurmkur zwingend notwendig.

Soweit zu meiner persönlichen Empfehlung und meiner persönlichen Meinung.

Beleuchten wir nun konsequenter Weise einmal die andere Seite der Medaille:

Fakt ist, eine Wurmkur wirkt nicht, wie bereits erwähnt, prophylaktisch wie z. B. eine Impfung. Der Hund kann sich am Tag nach der Wurmkur wieder mit Wurmeiern infizieren. Und hier kommt der medizinische Begriff Präpatenzzeit ins Spiel.

Präpatenzzeit ist in etwa vergleichbar mit der Inkubationszeit bei ansteckenden Krankheiten. In unserem Fall ist die Präpatenzzeit die Zeit, bis der Hund selbst infektiöse Wurmstadien ausscheidet, die somit dann Menschen und andere Tiere gefährden könnten.

Während der Präpatenzzeit besteht KEINE Ansteckungsgefahr!

Jetzt KANN folgender rechnerische Fall eintreten:

Der Hund hat sich heute mit den Eiern einer Wurmart infiziert, die eine Präpatenzzeit von 61 Tagen hat.
Wenn nun eine DreiTage-Kotprobe untersucht wird, und zwar zufällig die von Tag 57, 58 und 59 nach der o. g. Infektion, dann ist diese Kotprobe negativ.
Der Besitzer bekommt vom Tierarzt Entwarnung, eine erneute Untersuchung wird für drei Monate später geplant.

Bereits nach zwei weiteren Tagen endet die Präpatenzzeit und nun beginnt der Hund mit der Ausscheidung infektiöser Wurmstadien und zwar für das gesamte nächste Vierteljahr, denn eine erneute Kotuntersuchung ist ja erst wieder in drei Monaten vorgesehen.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der, dass viele Hundebesitzer die Kotuntersuchungen nicht konsequent alle drei Monate durchführen lassen. So kommt es, dass viele Tierärzte nicht ganz unberechtigt eine konsequente Wurmkur alle drei Monate empfehlen, denn wenn die Würmer im Kot des Hundes für einen Laien mit bloßem Auge zu erkennen sind, dann ist schon echt verdammt viel infektiöse Zeit ins Land gegangen und der Tierhalter wird viel zu spät tätig. Nicht alle infektiösen Wurmstadien sind im Übrigen mit bloßem Auge zu erkennen.

Also wenn Du Dich gegen eine generelle Gabe von Wurmkuren ohne Befund entscheidest, so achte bitte darauf, dass Du wirklich alle drei Monate eine Kotprobe von drei unterschiedlichen Haufen Deines Hundes beim Tierarzt untersuchen lässt. Und selbst dann bleibt immer noch das o. g. Restrisiko.

Aber auch mit einer regelmäßigen chemischen Wurmkur gibt es die totale Sicherheit nicht! Das wäre ja einfach (und wie ich immer so schön, auch als Fußballfan, zu sagen pflege: „Wenn es einfach wäre, würde es Fußball heißen“).

Bleiben wir bei dem o. g. Rechenbeispiel, jedoch gebe ich meinem Hund eine Wurmkur (ohne positive Kotuntersuchung)  und diese plane ich  dann auch in drei Monaten wieder zu verabreichen, dann bleibt rechnerisch das Risiko, dass der Hund ca. vier Wochen infektiöse Wurmstadien ausscheiden kann und die nächste chemische Wurmkur dann sicher greift. Dies ist zwar besser als knappe drei Monate, dennoch besteht das vorgenannte Risiko immer noch.

Ganz schön verzwickt das ganze Thema.

Somit bleibt die Entscheidung, welche Variante man wählt ganz beim Besitzer.

Fazit:

Der Besitzer hat folgende Möglichkeiten:

Keine Wurmkur ohne positive Kotuntersuchung

  • Hier ist eine regelmäßige Kotuntersuchung von drei verschiedenen Haufen, mind. alle drei Monate, zwingend erforderlich!
  • Es besteht bei ungünstigen Konstellationen dennoch die Gefahr, dass der Hund infektiöse Wurmstadien ausscheidet.
  • Bei positivem Befund der Kotuntersuchung ist eine chemische Wurmkur ebenfalls unbedingt erforderlich!

Regelmäßige chemische Wurmkur auch ohne Kotuntersuchung

  • Auch hier besteht dennoch im ungünstigsten Fall die Gefahr, dass der Hund infektiöse Wurmstadien ausscheidet.
  • Eine chemische Wurmkur schädigt die Darmflora und damit das Immunsystem des Hundes – Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten werden so gefördert.
  • Nach jeder chemischen Wurmkur ist ein Darmfloraaufbau mit >>Probiotika<< unbedingt zu empfehlen um eine nachhaltige Beeinträchtigung des Immunsystems aufzufangen.

Ich hoffe Dir mit diesen Zeilen ein wenig die Entscheidung für Dich und Deinen Hund leichter zu machen.

Wichtig ist mir, dass Du Dich für Dich und Dein Herz und Gewissen entscheidest und dies ist nun einmal besser mit umfassenden Informationen möglich.

Denke daran: Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.

Sollten zu diesem Thema Fragen aufkommen, so scheu Dich nicht, uns zu >>kontaktieren<<!

Deine Ela Badewien

Erste Hilfe bei Durchfall

Erste Hilfe bei Durchfall

Dieses Rezept hilft auch uns Menschen gut 🙂

Immer wieder kann es zu Durchfall beim Hund oder der Katze kommen.

Folgende Ursachen sind möglich:

  • Futtermittelunverträglichkeit
  • Stressige Situationen für das Tier
  • Allergien
  • Entzündungen
  • Viruserkrankungen
  • Geschwüre
  • Krebs
  • Parasiten/Bakterien
  • Toxine
  • Fremdkörper
  • Krankheiten anderer Organe (Pankreas, Nieren etc.)
  • Der Hund trinkt zu viel Salzwasser beim Urlaub an der See

Grundsätzlich ist Durchfall, der nicht länger als 2 Tage anhält, kein Grund in Panik zu verfallen.

Bei Durchfall, der länger als 2 Tage andauert ist ein Besuch beim Tierarzt unerlässlich!

Das erste Mittel der Wahl ist ein Kurzfasten, damit der Magen-Darmtrakt des Hundes/der Katze entlastet wird. Hunde fasten 24 Stunden – Katzen 12 Stunden (längeres Fasten kann für Katzen gesundheitsschädlich sein)

Welpen und Jungtiere sowie stark übergewichtige Tiere NICHT fasten lassen, denn diese Tiere befinden sich in anderen stoffwechselbedingten Zuständen und hier wäre das Fasten ebenfalls gesundheitsschädlich!
Wenn Du Dir hier nicht sicher bist, ist der Tierarzt immer die richtige Anlaufstelle für Dich!

In allen anderen Fällen ist jedoch das Kurzfasten unablässlich und extrem wichtig!

Jedoch sollte Dein Liebling ausreichend trinken, denn bei Durchfall geht viel Flüssigkeit verloren!

Nach dem Fasten beginnst Du am besten mit der Fütterung der Moro’schen Karottensuppe.

Karotten können Antibiotika ersetzen und werden seit Jahren erfolgreich bei Mensch und Tier gegen Durchfälle verwendet. Erstmals angewendet wurde sie 1908 von Professor Ernst Moro, in einer Kinderklinik nachdem dort etliche Kinder aufgrund schwerer Durchfälle starben. Durch das lange Kochen werden bestimmte Stoffe freigesetzt (Oligogalakturonsäuren), diese Stoffe blockieren die Haftung der Bakterien an der Darmwand. Die Bakterien werden somit ausgeschieden und können keinen Durchfall mehr verursachen. Eine Besserung tritt meist nach 1-2 Tagen ein.

Das Rezept der moro‘schen Karottensuppe:

500-1000 g Karotten

1 L – 1 ½ L Wasser

5 g Salz/kg Möhren

Die Karotten schälen, fein raspeln, mit Wasser bedecken und für ca. eine Stunde köcheln lassen, anschließend pürieren. Dem Brei wiederum 1 L gekochtes Wasser und das Kochsalz untermischen. Das Salz ist für den Elektrolythaushalt sehr wichtig!

Um den Geschmack zu verbessen kann Huhn (inkl. Knochen) oder Suppenfleisch vom Rind mitgekocht werden. Das Fleisch und die Knochen müssen vor dem Pürieren entfernt werden und  sollten nicht mit verfüttert werden.

Fütterungsempfehlung:

3% vom Körpergewicht auf 3-5 Portionen am Tag aufteilen > 20kg Hund = 600g/Tag

Katzen benötigen ca. 5% vom Körpergewicht

In den nächsten 2-3 Tagen, sollte man noch Schonkost zur Karottensuppe füttern: Hüttenkäse (körniger Frischkäse), gekochter Reis oder gekochtes Hühnchen, ganz fein geschnitten

Gehen diese Tage ohne erneuten Durchfall vorbei, kannst Du wieder schrittweise zur „normalen Kost“ übergehen.

Rezeptvorschlag (für die angeführte Fütterungsempfehlung eines 20 kg Hundes)

150 g  moro‘sche Karottensuppe

200 g  Hüttenkäse

50 g    gekochter Reis

200 g  gekochtes Hühnerfleisch

Möchtest Du keine Milchprodukte füttern, empfiehlt sich folgende Aufteilung:

250 g moro‘sche Karottensuppe

100 g gekochter Reis

250 g gekochtes Hühnerfleisch

Achtung! Welpen und Junghunde benötigen rund 4% – 6% Ihres Körpergewichts pro Tag! Doch wie bereits erwähnt Welpen und Junghunde vor der Gabe der Karottensuppe nicht fasten lassen!

Bitte beachte, dass dies lediglich eine Fütterungsempfehlung darstellt und einen evtl. notwendigen Besuch beim Tierarzt NICHT ersetzt!